„Ich sehe was, was du nicht siehst!“ ist ein Spiel, das Kinder seit Jahrzehnten gerne spielen: Jemand wählt in Gedanken einen Gegenstand aus, benennt nur dessen Farbe und die anderen müssen diesen Gegenstand erraten. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – sagt Gott wenn er über sich selber aussagt: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an“ (1.Sam.16,7).

Unser Blick bleibt oft an Äußerlichkeiten hängen: Am Aussehen, an der Kleidung, am Beruf, an materiellen Besitztümern, am Familienstand usw. Dabei bleibt das Wesentliche für unsere Augen oft unsichtbar: Wie es unserem Nächsten wirklich geht, welche Not ihn vielleicht gerade beschäftigt, mit welchen Problemen er sich herum schlagen muss oder wie tief seine Liebe zu Jesus wirklich ist. Gott sagt dazu: „Ich sehe was, was du nicht siehst“, und sieht das Herz der Person an. Sein Blick bleibt nicht an der Oberfläche. Er sieht nicht nur, ob jemand verheiratet oder geschieden ist, ein neues oder altes Auto oder gar kein hat, laut oder leise betet. Er sieht tiefer. Er sieht Lebensgeschichten und Hintergründe, er sieht Verzweiflung und Not, er sieht Schuld und Versagen, er sieht aber auch Glauben und Vertrauen. Und er vergibt, wo jemand sein Versagen zu ihm bringt und schenkt einen Neuanfang. Von Ihm möchte ich lernen, die Menschen um mich herum mit Seinen Augen zu sehen: Sie zu achten und zu lieben und durch den äußeren Schein hindurch einen Blick in ihr Herz zu wagen – eben zu lernen, mit neuen Augen zu sehen.

Eure Claudia Deppner

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